Durch und durch versaut

Text: Eva Kleinmaier

 

Gestan hob i di zum ersten moi gseng - 

sofort war´s um mi gschehn.

Du prangst gedruckt auf Hochglanzpapier

bei meim liabstn Wirt an der Eingangstür.

 

I mecht di nix fragn,

dei Charakter is mia wurscht.

Du schaugst so hoaß aus,

as Aug´hauts ma raus.

 

Einfach richtig versaut,

an de grechtn Stellen a bißl Fett

und dei junge, straffe Haut.

Du host mi verliebt gmacht, ohne di zu kenna.

Mit dia dad i sofort nach Timbuktu durchbrenna.

 

Meine Knia wern ganz schwammig,

im Magen werds ma´ flau,

i werd ganz wummrig, wenn i di bloß oschau.

Mmh, dei solarium-knusprig braune Hülle!

I stell mir di im Bikini vor in deiner ganzen saftigen Fülle.

 

Guad, dass du an Zuhälter host - bei dem werd i di kaffa

und de wuidesten Sachn mit dia macha.

Voll Sehnsucht träum i jetz scho von dia!

I werd di auf´m Tisch nehma

und für zwoa pralle Knödl werd i gern extra no wos brenna.

 

I giaß di a bissl Bier in dein Bauchnowe nei

und a Schöpfer Blaukraut deafs a no sei.

 

"Ja, Schweinsbrodn, ja, Schweinsbrodn,

du bist mei größte Liab...

Ja, Schweinsbrodn, ja, Schweinsbrodn,

heit Nacht kim i zu dia..."   :-)))

 

 

 

 

 

 

Das Saufratz-Kind

Text: Eva Kleinmaier

 

"Jeremie-Janick-Pascall Hinterkraxnhuaba"

 

Des is doch koa Nam´- auf garkeinen Fall!

Wer sich für sei Kind sowos ausdenkt, dem gehört der

Verstand wieder eigrenkt.

Jetz muass der arme Bua mit den Folgen leben...

 

Jeremie-Janick-Pascall ist ein ganz spezieller Fall.

Als er nun herangewachsen, duad er schreien, treten,

kratzen. Fegt de Muadda richtig o, sogt zu ihr: "Du bläde Kuah!"

Wenn er was nicht haben kann, ist dann Daddys Schienbein dran.

 

Mutter:

"Ach, Jeremie-Janick-Pascall, du darfst doch gerne deine Aggressionen

an uns ausleben. Wir werden trotzdem alles für dich geben!"

 

Sie san so stolz auf ihren Sohn, auch Tiere quälen kann er schon.

Jeremie-Janick-Pascall is a toller Krabbeltierchenfänger, die 

Spinnenbeine werden immer länger. Käfer und Fliagn kemman in

a Lupendosen nei und werden nicht geschüttelt, sondern gerührt...

püriert... und mit nér Kirschn garniert.

 

Mutter:

"Ach, er wird mal ein Forscher! Er will alles wissen. Letzte Woche

lagen Froschschenkel unter seinem Kissen. Mach weiter so

Jeremie-Janick-Pascall, du bist hochbegabt - auf jeden Fall!

 

Und weil der Schlaumeier alles kann, kommt er mit elf schon

an verbotene Computerspiele ran. Wicki, Biene Maja, Lassie

san eh´scho längst out, jetzt werd´liaba an Pokemon-Monster

der Schädl zamkaut. Mei, is des bärig, wenn as Bluad so schee

spritzt! An Supermario werd no schnell as Bäuchal aufgschlitzt.

 

Mutter:

"Mensch, was unser Junge schon alles verkraften kann! Das wird

mal ein ganz, ganz cooler Mann! Später muss er sich doch auch

gegen andere durchsetzten, da darf er virtuell schon mal die Messer

wetzen!"

 

Und letztens hat er auf dem Pausenhof ohne schlechtes Gewissen

dem Mathelehrer an Stoa an Schädl higschmissn.

 

Mutter:

"Ja, eigentlich hat dieser Lehrkörper schon lange unseren Jeremie-Burli

geärgert und gehört sofort von der Schule befördert. Schade, dass er

ihn nicht besser getroffen hat, denn diesen Lehrer hat jeder schon lange

satt!"

 

Kurz darauf hat Jeremie-Janick-Pascall in seiner Taschengeld-Not den

Direkter der örtlichen Bank bedroht. 

Nach mehreren Straßenkampf-Kursen is er fit und drischt dem Bänker in den

Schritt. Des muass wirklich a wiefs Birschei sei, denn er woaß, mit 14 kim i

no ned in Hefn nei.

 

Mutter:

"Wie herrlich, unserem Liebling steht noch eine große Karriere bevor!

Garantiert klopft bald ein Filmteam an unser Tor. So einen Banküberfall 

kann nicht jeder realistisch spielen... Das nächste Mal soll er doch gleich

mit der Pistole zielen."

 

Mit 20 hod er dann as Buschmesser gwetzt und de gloane Olga,

sei Gummipupperl zerfetzt. Später hod er de drei Katzn vom Nachbarn gessn

und is dafür drei Jahr in Stadlheim gsessn.

 

Wia er raus war hod er Vadda und Muadda daschlogn,

jetzt hockn beide an Himmi drobn.

 

Und beide schaun owe und sogn:

" Wenn wir no oamoi aufd Erdn kemman, wern ma´unsern Buam

SEPPI oder LENZI nenna!" :-)

Das edelweißgeblümte, verklärt-romantische Leben der Almkuh Stasl

Text: Eva Kleinmaier

 

Preißn-Schix:

"Ach Gisbert, wat is es auf der enzianhaften Alm so schön? Wat würd ich dafür jeben,

könnt ich wie dieses glücklich-gehörnte Fleckvieh leben! Auf geblümten Almenwiesen

saftge Kräuterchen jeniesen und abends im rot-weiß-roten Sonnenuntergang hören der

Sennerinnen Jodelsang."

 

Strip, strap, stroll - der Eimer ist schon voll!

 

Und Stasl de oide Oimkuah hört gespannt dera Schixn zua:

"Muh, muh, dass i ned lach! Ganz romantisch is do heroben!

De Heimatfilme san doch so verlogen!"

 

Den ganzen Dog konnst gsoizne Stoana schlecken,

einen Durscht griagst zum Vareggn.

Oiwei Kräuterl fressn - des war schee?

Mia dean scho olle Mägen weh!

 

Strip, strap, stroll - der Eimer ist schon voll!

 

Auwäh, abends is mei Euter gspannt und prall -

nix wia eini in den Stall!

Bauer Simmal - schnell an Melkschemel aussagrissn,

mei Tante Gundi hods scho zrissn.

 

Pass bloss auf, du weisswurschtfingriga Mo

und lass ma meine Zitzn dro!

Wennst no oamoi so fest rupfst, werst von meim

hornigen Hörndl hintregschupft.

 

Strip, strap,stroll - der Eimer ist schon voll!

 

Und außerdem von langer Hand

wird auch das Kaiwegriang geplant.

Da Besamer-Girgl, des is koa Witz,

kimt mit da milchigen Plastikspritz.

 

" Ui, Stasl, heit kim i zu dia, nix werds

mitn Nachbarstier!

 

Strip,strap,stroll - der Eimer ist schon voll!

 

Doch plötzlich foit da Stasl ei,

des Oimaleben kon so schlecht gorned sei.

Wenn i mia oschau des Rindviech auf de zwoa Haxn,

mecht i nia sei, wie de aufgschupfte Kraxn!

Sonnabruin, wo i nix seh,

miassad womöglich no ins Kino geh!

Stöcklschuah und erdbeerblonde Haar

und recht aufgschmeckt no dazua!

Neonrosa Dirndlgwand, grüschtes Blusal,

mei, fesch beinand!

 

Do trog i doch liaba stoiz mei fell-lockige Oimatracht,

bleib bei meim gstandna Bauern und jetzt: "Gute Nacht!"